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Nah am Leben – Vom Gangmitglied zum Streetworker

Fadi Saad liest im Jugendzentrum Mühlenberg
Fadi Saad, Autor des Buches "Der große Bruder von Neukölln", liest auf Einladung der Jugendbildungskoordination des Fachbereichs Jugend und Familie und des Jugendzentrums Mühlenberg am Freitag (12. Februar 2010) um 20 Uhr im Jugendzentrum Mühlenberg, Mühlenberger Markt 1.

Fadi Saad ist "Deuraber" - so nennt er sich und so fühlt er sich. Seine Erfahrungen als Deutscher arabischer Abstammung, sein Aufwachsen in einem ihm vertrauten und zugleich fremden Land spiegeln sich in dem Protokoll seines Ausstiegs: "Ich war voller Hass und mir fehlte vor allem die Anerkennung", blickt er zurück. Mit seiner Gang "Araber Boys 21" war das anders. Er zog mit ihnen durch Berlin, verprügelte, steckte selbst Schläge ein und landete - nach einer wiederholten Anklage wegen Beleidigung, Nötigung oder Körperverletzung - schließlich im Jugendarrest. Dieser Freiheitsentzug prägte ihn so sehr, dass er sich komplett von seiner Gang löste, sein Leben neu gestaltete und seine Energie darauf verwendete, Jugendliche mit ähnlichen Schwierigkeiten zu unterstützen.

Die `Karriere’ Fadi Saads zeigt, wie schwierig das Leben für Deutsche mit arabischer Herkunft sein kann. Es zeigt aber auch, wie es gelingen kann, mit eisernem Willen dem Teufelskreis aus Unverständnis, Hoffnungslosigkeit, Gewalt und sozialem Abstieg zu entkommen und Brücken zwischen den Kulturen zu bauen.

Jugendbildungskoordinator Dirk Fricke: "Fadi Saad versteht es, mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Er spricht ihre Sprache und zeigt über seine Biografie Perspektiven auf. Besonders Jugendliche, die aus unserem Bildungssystem herausfallen, sehen in ihm ein lebensnahes Vorbild."

An die Lesung schließt sich eine Diskussion mit dem Autor an.

[PM LH Hannover, 28.01.2010]

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