Eltern auf Probe
Gemeinsames Projekt von Ludwig-Windthorst-Schule und Katholischer Familienbildungsstätte
… wenn im Unterricht das „Baby“ schreit
Hannover. Babygeschrei im Mathe-Unterricht einer 9. Klasse – Tragetaschen für Kleinkinder auf dem Schulflur – was steckt dahinter?
Seit Anfang März wird in der Ludwig-Windthorst-Schule gemeinsam mit der Katholischen Familienbildungsstätte das Projekt „Eltern auf Probe“ in einer 9.und 10. Klasse durchgeführt Drei Tage und zwei Nächte können Schüler und Schülerinnen erleben, was es bedeutet, rund um die Uhr verantwortlich für ein "eigenes Baby", den Babysimulator, zu sein. Der Babysimulator gibt realistisch den Tagesablauf eines 4-6 Wochen alten Säuglings wieder. Er muss gefüttert, gewickelt und beruhigt werden. Er gibt glückliche, zufriedene Laute von sich, schläft und schreit. Er reagiert auf gute Versorgung, falsche Positionierung, fehlende Unterstützung beim empfindlichen Nacken, grobe Behandlung und Gewalt.
Je 10 Schülerinnen und Schüler nehmen das „Baby“ mit nach Hause, versorgen, pflegen es, finden heraus, warum es schreit und nehmen es im Kinderwagen oder Tragetuch mit, wenn sie unterwegs sind. Mit Hilfe von Sensoren wird die Behandlung des Babysimulators gespeichert, sodass eine realistische Auswertung am Ende des Projektes möglich ist. Es wird aufgezeichnet, wann sie das Baby füttern und wickeln, ob sie es trösten, wiegen und streicheln. Die Jugendlichen erhalten für die Dauer des Projektes ein nicht abnehmbares Armband mit integriertem Identifikationschip, anhand dessen "ihr Baby" sie erkennt.
Während des Projektes findet sowohl der reguläre Unterricht statt, als auch die Bearbeitung begleitender Themen wie beispielsweise Partnerschaft und Familie, Babyversorgung, Ernährung und Kindesmisshandlung.
Das Projekt „Eltern auf Probe“ wird angeboten, weil wir es für notwendig halten, Aufgaben der Elternschaft Jugendlichen nahe zu bringen, mit ihnen zu diesen Themen zu arbeiten und ihnen eine verantwortungsvolle Entscheidung vor dem Entstehen einer Schwangerschaft zu ermöglichen
Ein Baby macht viel Freude - aber es verändert das Leben, erfordert viel Zuwendung, Zeit und auch Wissen. Einiges davon lernen die Jugendlichen während dieses Projektes.
Der „Stundenplan“ für die „Babywoche“
1. Termin: 2.- 5. März 2010 (9a)
2. Termin: 9.-12. März 2010 (10f)
Dienstag:
1 – 2 Std. allgemeine Infos zur Technik und Handhabung
Mittwoch:
1. Std.: „Geburt“ Übergabe mit Geburtsurkunde
2.-3. Std.: Einführung in die Säuglingspflege (Referentin der Familienbildungsstätte: Kinderkrankenschwester)
4.-6.Std.: „normaler“ Unterricht
Donnerstag:
1. Std.: Gemeinsames Frühstück – Reflexion der Nacht
2.-4. Std.: „Was kosten Kinder?“ – Einkauf (Referentin der Fabi)
5.-6.Std.: „normaler“ Unterricht
Freitag:
1. Std.: Gemeinsames Frühstück – Reflexion der Nacht
2.-4. Std.: Meine Rolle als Mutter / Vater und die Gefahren der Überforderung
5.-6.Std.: Auswertung des Projektes
Begleitend:
Bücherkiste der Stadtbücherei zu den Themen Schwangerschaft, Geburt, Säuglingspflege, Erziehung…
Projekttagebuch, Fotos zur Dokumentation
[PM Ludwig-Windthorst-Schule, 05.03.2010, Siegfried Heinemann]
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