ihmebote
Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Donnerstag, 29. September 2022

Werbung


 

Kita-Bilanz 2010 und Einweihung der Kita Bonhoefferstraße nach Sanierung und Ausbau

Kita-Bilanz 2010
Der Ausbau und die qualitative Verbesserung der Kinderbetreuung in Hannover ist auch in Zeiten knapper Finanzspielräume eine klare Priorität der Landeshauptstadt. Dies dokumentieren die Rekordzahlen im neuen "Kindertagesstättenbericht 2010", den Sozial- und Jugenddezernent Thomas Walter am Dienstag vorgestellt hat. "Unser Bericht belegt, dass wir in den letzten Jahren beim Ziel eines familienfreundlichen Hannovers und der Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf erneut deutliche Fortschritte erzielt haben. In allen drei Stufen der Kinderbetreuung - der Krippe, dem Kindergarten und dem Hort - haben wir Spitzenwerte bei der Versorgung erreicht", resümierte Walter. "Dieser Erfolg ist für uns zugleich Ansporn, insbesondere beim Krippenausbau die noch notwendigen weiteren Ausbaustufen umsetzen zu können."

Zu Beginn eines Kindergartenjahres informiert die Verwaltung auf Basis der Vorjahresdaten (aktueller Stichtag ist der 01.10 2009) umfassend über den Stand und den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung in Hannover. Der "Kindertagesstättenbericht 2010" geht zeitgleich mit der Veröffentlichung auch an die Ratsgremien.

Für Kinderbetreuung hat die Landeshauptstadt 2009 insgesamt 81 Millionen Euro aufgewandt. Für dieses Jahr sind 90 Millionen Euro veranschlagt. Grund für die Mehrausgaben sind insbesondere das Krippen-Ausbauprogramm "Fünf mal 300" sowie Tariferhöhungen beim Personal. Zum Stichtag 01.10.2009 stand im Stadtgebiet das Rekordangebot von insgesamt 21.878 Betreuungsplätzen bereit. Hiervon entfallen 20.122 Plätze in 394 Einrichtungen auf die sogenannte institutionelle Betreuung in Krippen, Kindergärten und Horten. Diese wird ergänzt durch 1.152 Tagespflege-Plätzen und 604 schulergänzende Betreuungsmaßnahmen (SBM) des Fachbereiches Bibliothek und Schule. "Damit haben wir für alle drei Betreuungsstufen hervorragende Versorgungsgrade erzielt", sagte Dezernent Walter.

  • Im Kindergartenbereich (Drei- bis Sechsjährige) bestand am Stichtag mit 12.976 Plätzen eine Versorgungsquote von 100,4 Prozent.
  • Bei der Schulkinderbetreuung (Hort, SBM und Tagespflege) ist mit 4.957 Plätzen ein neuer Höchststand und das langjährig angestrebte Versorgungsziel von 30 Prozent erreicht worden.
  • In der Kleinkindbetreuung (Krippen und Tagespflege; 0 bis 2 Jahre) lag die Versorgungsquote mit 3.508 Plätzen bei 25,2 Prozent. Aktuell sind weitere 248 Krippenplätze geschaffen worden.

Vor allem in der Kleinkindbetreuung hat die Stadt - auch ohne gesetzgeberische Maßnahmen des Bundes - nachhaltige Anstrengungen unternommen. "So hat sich die Zahl der Plätze binnen zehn Jahren praktisch verdoppelt. Parallel ist aber auch die Schulkindbetreuung weiter ausgebaut und die Kindergartenversorgung qualitativ erweitert worden", betonte der Dezernent. "Denn der gesetzlich garantierte vierstündige Betreuungsplatz (halbtags ohne Essen) spiegelt nicht den tatsächlichen Bedarf wider. Hierauf haben wir in Hannover reagiert. Rund 90 Prozent unserer Plätze übertreffen den Rechtsanspruch, knapp 84 Prozent bieten eine bedarfsgerechte Dreiviertel- bzw. Ganztagsbetreuung inklusive Mittagessen."

Trotz Vollversorgung kündigte Walter auch weitere Kindergartenplätze an: "Die für Hannover erfreuliche Bevölkerungsentwicklung macht dies notwendig." In den bisherigen Planungen sind bereits etwa 570 Plätze veranschlagt, die allerdings noch um weitere 225 Plätze (Ratsdrucksache Nr. 1388/2010) ergänzt werden sollen. Somit sollen bis 2013 noch rund 800 neue Kindergartenplätze entstehen.

Walter betonte in diesem Zusammenhang, dass trotz exzellenter Versorgungsquote Wartelisten "prinzipiell nichts Ungewöhnliches" seien. "Wir haben immer damit gelebt und werden auch künftig damit zu leben haben, dass es Kitas gibt, die z.B. aufgrund ihrer Lage oder ihrer speziellen Konzeption eine besondere Anziehungskraft für Eltern haben. Auch bei einer Vollversorgung kann nicht jedes Kind sofort genau in dem gewünschten Kindergarten betreut werden. Wartelisten dienen dem Abgleich zwischen den Einrichtungen, sind aber für sich kein tauglicher Versorgungsmaßstab", sagte der Dezernent.

Bei der Schulkindbetreuung liegt nach Erreichen des Ausbauziels von 30 Prozent künftig der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Ganztagsgrundschulen. Der Fachbereich Bibliothek und Schule will bis zum Schuljahr 2012/2013 an insgesamt 21 Grundschulen ein Ganztagsschulangebot und damit eine entsprechende Betreuung der Schulkinder vorhalten. Derzeit gibt es an zehn Grundschulen Ganztagsangebote.

Beim Krippenausbau strebt die Stadt eine Versorgungsquote von rund 38 Prozent für alle drei Jahrgänge (0 bis 2 Jahre) an; der Gesetzgeber hat den Rechtsanspruch ab 2013 dagegen auf das erste und zweite Lebensjahr beschränkt. "Wir haben uns mit dem Ausbauprogramm "Fünf mal 300" ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, mit dem wir für den rechtlich relevanten Teil sogar eine Versorgungsquote von 57 Prozent erreichen wollen. Derzeit würde nach allen Schätzungen auch im Krippenbereich ein vollständig bedarfsgerechtes Angebot erreicht werden", resümierte Walter.

OB weiht Kita Bonhoefferstraße nach Sanierung und Ausbau ein

Die Kindertagesstätte Bonhoefferstraße erstrahlt bereits seit einigen Wochen in neuem Glanz. Am Dienstag weihte Oberbürgermeister Stephan Weil sie nach einer umfassenden Sanierung und Erweiterung offiziell ein. Für rund 1,75 Millionen Euro ist die städtische Einrichtung in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt Region Hannover e.V. jetzt baulich und energietechnisch runderneuert, mit einem besseren Brandschutz ausgestattet und um einen Anbau für eine weitere Krippengruppe deutlich größer geworden.

"Mit der Erweiterung werden wir dem gewachsenen Bedarf im Stadtteil Mühlenberg gerecht und schaffen eine zweite Krippengruppe mit zwölf Plätzen", sagte Weil bei der Einweihungsfeier. "Der Ausbau von Krippenplätzen wird trotz knapper Finanzen auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt für die Landeshauptstadt sein." Nicht nur der Anbau entspreche modernen Standards. Schwerpunkt der Sanierung des fast 40 Jahre alten Gebäudes sei vor allem gewesen, den Wärmeschutz zu verbessern und damit den Energieverbrauch künftig um fast zwei Drittel zu senken, betonte Weil.

Die Kita Bonhoefferstraße ist nach 14 Monaten Bauzeit bereits seit dem 1. Juni wieder in Betrieb. Mit den zusätzlichen zwölf Krippenplätzen ist die Zahl der täglich betreuten Kinder (vom ersten bis zum zehnten Lebensjahr) auf 107 in nun sechs Gruppen gewachsen: zwei Krippengruppen, drei Kindergartengruppen, eine Hortgruppe. Die neue Krippengruppe in dem 280 Quadratmeter großen Anbau besteht seit Anfang August. Die ersten Kinder wurden bereits einen Monat zuvor aufgenommen. Während der Bauzeit war die Kita in Räumen der Wilhelm-Busch-Schule untergebracht.

Das jetzt gut 900 Quadratmeter große Gebäude in der Bonhoefferstraße gehört zu einer Gruppe von 17 Kindertagesstätten, die Anfang der 1970er Jahre in Hannover als sogenannter "Typ 7S" in Modulbauweise errichtet wurden. Der Bau war inzwischen stark sanierungsbedürftig und energietechnisch überholt. Optisch wurde das Gebäude behutsam umgestaltet, um möglichst viel vom ursprünglichen Erscheinungsbild zu erhalten.

Mit neuer Wärmedämmung, komplett erneuerter Elektrik, einer neuen Wärmerückgewinnung in der Lüftungsanlage soll der Energieverbrauch im Jahr von 115.000 Kilowattstunden (kW/h) auf künftig nur noch gut 40.000 kW/h gesenkt werden. Der ursprünglich im 1. OG gelegene Mehrzweck- und Bewegungsraum wurde in den neuen Anbau ins Erdgeschoss verlegt und ist nun ebenso wie alle Ein- und Ausgänge barrierefrei erreichbar.

Das ebenfalls erweiterte Außengelände bietet mit jetzt gut 3.300 Quadratmetern viel Platz zum Spielen und Toben und ist als "Erlebnislandschaft" konzipiert mit Wasserspielplatz, Seilkletterburgen, Durchschlüpftunneln, Hangelstrecken, Schaukeltopf, Bobbycar-Rennstrecken und sehr viel Grün.

Die Arbeiterwohlfahrt als Träger betreut in der Bonhoefferstraße vorwiegend Kinder aus dem Stadtteil Mühlenberg, in dem viele Familien unterschiedlicher sprachlicher, religiöser und kultureller Herkunft leben. Das spiegelt sich in auch in der Einrichtung wider. Deshalb wird großer Wert auf die interkulturelle Erziehung, Toleranz und gemeinsames Miteinander gelegt.

[PM LH Hannover, 21.09.2010]

Werbung


Ihre Nachrichten im Netzwerk Fidele Dörp