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Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Dienstag, 18. Dezember 2018

Zweifelhafte Neuausrichtung von Leinehertz

Zweifelhafte Neuausrichtung von Leinehertz

Grüne im Rat kritisieren Vorgehen der Geschäftsführung beim Lokalsender "Leinehertz106einhalb"
Schlieckau: "Keinen mainstream!"

Auch Lothar Schlieckau, Fraktionsvorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion, zeigt sich enttäuscht über die angekündigte Neuausrichtung von Leinehertz. "Ich erinnere daran, dass bei der Ausschreibung der Lizenz insbesondere die Berücksichtigung von alternativen Musiksparten vorgegeben war. Dies sollte auch eingehalten werden. Leinehertz ist darüber hinaus ein Bürgerradio. Es sollte also über inhaltliche und musikalische Beiträge ZuhörerInnen gewinnen und nicht durch mainstream!", so Schlieckau.

[PM Bündnis 90/Die Grünen im Rat der LH Hannover, 18.01.2011]

„Zweifelhafte Neuausrichtung von Leinehertz“

Landtags-Grüne befürchten „kulturelle Verarmung“ beim Lokalsender

Auf deutliche Kritik bei der Landtagsfraktion der Grünen stößt die von Programmdirektor Markus Mayer angekündigte neue Musikfarbe des hannoverschen Bürgerfunks „Leinehertz 106einhalb“. „Gerade das Musikprogramm von Leinehertz hat im ersten Jahr nach Sendestart einen erfrischend positiven Eindruck hinterlassen. Sich davon verabschieden und stattdessen bewusst kommerzielle Vorbilder kopieren zu wollen, ist Ausdruck einer beklagenswerten kulturellen Verarmung“, erklärte der Grünen-Abgeordnete Enno Hagenah am Dienstag in Hannover.

Wenn es überhaupt Anlass für Kritik am bisherigen Musikprogramm gegeben habe, sei es eine allzu große Vielfalt gewesen. „Zahl und Auswahl der Titel in der Rotation hätten ohne Frage stärker formatiert werden müssen. Nicht nachvollziehbar ist es, wenn jetzt stattdessen die Musikfarbe kommerzieller Privatradios kopiert werden soll“, so Hagenah. Während landauf, landab Campus-Radios und nicht-kommerzielle Lokal-Sender aufgrund ihrer Authentizität und bewussten Abgrenzung vom musikalischen „Einheitsbrei“ erfolgreich seien, gehe „Leinehertz106einhalb“ jetzt irritierender Weise den umgekehrten Weg.

Aus Sicht des Grünen-Abgeordneten vergibt der neue Bürgerfunk damit die „Riesenchance“, sich zum Kultradio in Stadt und Region zu entwickeln. Ausdrücklich gehe es dabei nicht nur um eine Geschmacksfrage, sondern auch um Medienpolitik. Mit dem Lizenzbescheid für „Leinehertz106einhalb“ sei die Erwartungshaltung verbunden gewesen, einen Bürgerfunk zu bekommen, der sich auch und gerade bei der Musikauswahl als publizistische Ergänzung begreife. Hagenah: „Dieses war und ist nicht nur ein frommer Wunsch, sondern ein gesetzlicher Auftrag. Für einen weiteren „Dudelfunksender“ ist die Förderung nicht gedacht.“

Wenn Leinehertz mehr Leute erreichen wolle, müsse der Sender sich noch stärker in die aktive Stadtgesellschaft öffnen und präsenter werden. Hinsichtlich des zukünftigen Musikprogramms fordert Hagenah eine echte öffentliche Diskussion, anstelle der jetzt erfolgten einsamen Entscheidung der Geschäftsführung.

[PM Enno Hagenah (MdL, Bündnis 90/Die Grünen), 18.01.2011]

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