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Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Dienstag, 28. Juni 2022

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30 Jahre Bildungsverein

30 Jahre Bildungsverein

In diesem Monat feiert der Bildungsverein sein 30jähriges Bestehen: am März 1981 gründete eine kleine Gruppe kulturpolitische engagierter Menschen die gemeinnützige Erwachsenenbildungseinrichtung „Soziales Lernen und Kommunikation“ im selbstverwalteten Kultur- und Kommunikationszentrum Pavillon am Raschplatz in Hannover. Die Initiatoren der ersten Stunde bilden noch heute das geschäftsführende pädagogische Leitungsteam – eine beispiellose Kontinuität aus der Zeit des alternativen Aufbruchs.

Mit der Namensgebung sollte programmatisch deutlich gemacht werden, dass neben den Bildungsinhalten die sozialen und kommunikativen Aspekte des Lernens für besonders wichtig gehalten werden. Bildungsangebote schaffen Orte und Anlässe, an denen Menschen verschiedener Herkunft und Nationalität in einen persönlichen Kontakt treten. Das ist in einer zunehmend anonymisierten und mediengeprägten Welt keine Selbstverständlichkeit mehr. Der Bildungsverein hat sich so als Orientierungsfeld in einer sich rasch verändernden Gesellschaft bewährt.

Seit 1985 ist der Bildungsverein nach dem Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz als eigenständiger finanzhilfeberechtigter Träger anerkannt. Er hat sich seitdem rasant entwickelt und seine Bildungsangebote von 5.000 Unterrichtsstunden (1984) auf 62.000 Ustd. (2010) gesteigert. 13 feste Mitarbeiter/innen organisieren und 300 freiberufliche Dozent/ innen führen über 1.400 Bildungsveranstaltungen pro Jahr durch, die von über 17.000 Personen besucht werden. Die vielfältigen Themen werden in Form von Abendkursen, Wochenendseminaren, Bildungsurlauben und Arbeitskreisen durchgeführt. Hinzu kommen sogenannte Vollzeitzeitmaßnahmen für besondere Zielgruppen, die über mehrere Monate gehen und beispielsweise Migrant/innen auf die bundesrepublikanische Arbeitswelt vorbereiten oder Architekten und Ingenieure in energetischer Baupraxis schulen. Auch macht der Bildungsverein immer wieder durch wechselnde Ausstellungen in seinen attraktiven Lernorten auf sich aufmerksam. Eine ungewöhnliche hohe Teilnehmerzufriedenheit ist der Lohn für die gute, engagierte Arbeit dieses beliebten Bildungsanbieters.

Gerade ist wieder das neue Frühjahrsprogramm herausgekommen. „fairständigung ist unser Job“ lautet das Motto. Sprachliche Kompetenz bekommt in einer sich internationalisierenden Gesellschaft eine immer größere Bedeutung. Ein Schwerpunkt der Bildungsangebote liegt deshalb auf der lebendigen Vermittlung von Fremdsprachen - Arabisch, Chinesisch Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch und Türkisch sowie allgemeiner Kommunikationstechniken (Rhetorik, Reden und Verhandeln, wirksam Vortragen, Moderieren, Nein-Sagen, Small Talk, Stimme – Instrument des Erfolgs). Eine besondere gesellschaftspolitische Bedeutung haben die Kurse Deutsch als Fremdsprache, die als Integrationskurse nach dem Zuwanderungsgesetz anerkannt sind.

Wedekindstraße 14 in der Oststadt

Wedekindstraße 14 in der Oststadt

Natürlich umfasst das neue Programm auch weitere und vielfältige Themenbereiche wie Beruf und EDV, Rhetorik und Kommunikation, Kultur und Gesellschaft, Rat und Tat im Alltag, Essen und Trinken, Gesundheitsbildung und Körperarbeit, Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung

Das Programm liegt ab sofort an den drei Lernorten des Bildungsvereins (Oststadt - Wedekindstr. 14, List – Am Listholze 31, Linden – Viktoriastr. 1) und allen Büchereien sowie zahlreichen weiteren Einrichtungen im Stadtgebiet aus.

Am Listholze 31 in der List

Am Listholze 31 in der List

Eine frühzeitige Anmeldung empfiehlt sich. Weitere Informationen unter Tel. 0511 / 344 144 und immer aktuell unter unserer Homepage www.bildungsverein.de.

Interview mit Dr. Wolfgang Nies

Herr Dr. Niess, Sie sind einer der vier geschäftsführerenden pädagogischen Leiter des Bildungsvereins in Hannover, der im März sein 30jähriges Bestehen feiert. Können Sie uns kurz die Zielsetzung dieses Vereins erläutern?

Als anerkannte Einrichtung der Erwachsenenbildung verfolgen wir das Ziel, die Menschen beim lebenslangen Lernen zu unterstützen – in Neudeutsch lifelong learning (LLL), eine Forderung, die seit langem auf allen Politikebenen erhoben wird. Grundlage unserer konzeptionellen Überlegungen ist also dieser gesellschaftliche Auftrag einer öffentlich geförderten Erwachsenenbildung. Unsere Aufgabe liegt in der Planung und Durchführung von Bildungsmaßnahmen, die der Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens dienen – und das auf möglichst teilnehmerfreundliche Art und Weise. Dabei vertreten wir das ganze Spektrum der allgemeinen, politischen, kulturellen und beruflichen Bildung und unterstützen die Entwicklung politisch-demokratischer Kompetenz. Wir wollen so die Voraussetzungen zur politischen Partizipation, zum sozialen Engagement und zur kulturellen Teilhabe schaffen. Einen besonders breiten Raum nimmt bei uns die Erlangung sprachlicher Kompetenz in einem vereinten Europa mit zunehmender weltweiter Verflechtung ein, aber wir helfen auch bei der Bewältigung neuer Aufgaben des Lebensalltags.

Bildungsverein  Raum 41

Das klingt ja sehr umfassend. Können Sie unseren Lesern das mit konkreten Beispielen veranschaulichen?

Ich fange mal mit den Sprachen an. Fast alle haben in der Schule Englisch gelernt, viele auch eine zweite Fremdsprache, häufig Französisch oder Latein. Dieses erste Lernen ist im Alter von 16 bis 19 beendet. Glauben Sie das reicht für nächsten 60, 70 Jahre ihres Lebens? Um das, was Sie gelernt haben, abrufbar, verwendbar zu halten, müssen sie die Sprache anwenden. Wenn Sie dazu beruflich oder auch im privaten Umfeld ständig gezwungen sind, schön für Sie. Wenn Sie aber jahrelang pausiert haben und dann auf einmal gezwungen sind, schlecht für Sie. Sie brauchen mindestens einen Auffrischungskurs. Oder Sie haben die Sprache, die nun von Ihnen gefordert wird, noch gar nicht in der Schule gelernt. Die ist sehr häufig bei Spanisch der Fall, deshalb ist dies die bei uns am stärksten nachgefragte Sprache, denn Sie wird in vielen Ländern von insgesamt über 400 Millionen Menschen gesprochen.

Ein ganz anderen Bereich sind die sozialen, kulturellen und kommunikativen Kompetenzen. Auch das wird in Schule und Studium kaum vermittelt. Viele Berufseinsteiger werden vor Aufgaben gestellt, die in Ihrer Ausbildung nicht vorkamen: Sie müssen etwas vor Kunden präsentieren, sie müssen Small Talk mit wildfremden Menschen machen, sie müssen interkulturelle Konflikte schlichten, sie müssen mit Folgen der eigenen Überforderung umgehen. Es gibt endlos viele Beispiele, wo wir als Weiterbildungseinrichtung hilfreiche Angebote machen: Rhetorik, Stimmtraining, Konfliktberatung, Stressbewältigung etc.

Dies alles waren jetzt Beispiele, die wir berufsbegleitend, also in Form von Abendkursen, Wochenendseminaren oder Bildungsurlauben anbieten. Es gibt aber auch spezielle Angebote als Vollzeitlehrgänge für Arbeitslose, die über drei bis sechsmonatige Maßnahmen durch Zusatzqualifizierung wieder bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten.

Ich habe in Ihrem Programm gelesen, dass man bei Ihnen auch Kurse zu Essen und Trinken machen kann. Wie passt das denn in Ihr Konzept?

Ich könnte jetzt sagen, dass die Genussfähigkeit unterentwickelt ist und gefördert werden muss. Aber das entscheidende ist: es soll Spaß machen und unserem Anspruch, Leute und Themen zusammenzubringen, entsprechen. Die Weinkenner- und Kochkurse stehen

in engem Zusammenhang mit unserer Sprach- und Landeskunde, tlw. sind es die gleichen Dozenten, die als Muttersprachler hier ihre Kultur vermitteln. Es gibt auch Kochkurse, die finden auf Englisch statt. Insgesamt ist dies aber ein sehr kleiner Bereich – weniger als 500 Unterrichtsstunden von insgesamt 62.000, die wir pro Jahr durchführen.

In Hannover gibt es eine Vielzahl von Anbietern. Warum sollten die Bildungsinteressierten eigentlich zu Ihnen kommen?

Es ist richtig, dass ungeheuer viel unter dem Label „Weiterbildung“ angeboten wird. Wir können aber sicherlich damit punkten, dass wir gemeinnützig und nicht profitorientiert sind, dass wir nach dem niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz (NEBG) anerkannt und qualitätstestiert sind. Unsere Teilnehmerbefragungen bewerten uns zu 94% mit gut und sehr gut. Von daher können wir belegt sagen: Wir bieten erfolgreiches Lernen und bei uns unterrichten qualifizierte Dozent/innen. Wir bieten ein angenehmes Ambiente und in unseren Gruppen macht Lernen Spaß. Eigentlich müssen wir uns aber gar nicht selber loben: 17.000 zufriedene Teilnehmer/innen in 1.400 verschiedenen Veranstaltungen pro Jahr sprechen für uns! Was ich immer gerne darüber hinaus betone: Bei uns lernen Sie nette Menschen kennen! Denn es geht uns (und den Leuten, die zu uns kommen) nicht nur um die reine Wissensvermittlung sondern auch um die persönliche Begegnung mit anderen – wir sind nicht facebook, wir sind face-to-face!

Das klingt ja so überzeugend, da müssten Sie uns nur noch verraten, wo wir den Bildungsverein bzw. seine Angebote nun finden können.

Wir betreiben drei Lernorten mit insgesamt 36 Seminarräumen in Hannover - in der Oststadt, Wedekindstr. 14, in Linden, Viktoriastr. 1 und Am Listholze 31 (Nähe Vier Grenzen). Unser Programmheft erscheint vier Mal im Jahr und ist außer bei uns in allen Bibliotheken und vielen anderen öffentlichen Einrichtungen zu bekommen. Am besten Sie schauen Sie auf unsere Homepage: www.bildungsverein.de oder rufen unter 051 / 344 144 an.

Herr Dr. Niess, vielen Dank für das Gespräch.

30 Jahre Bildungsverein - Vorträge

Das ganze Leben ist ein Kampf gegen den Schmutz.
Margot Wohlfahrt-Jobben, Reinigungskraft

Das ganze Leben ist ein Kampf gegen die Dummheit.
Bildungsverein, Schlaumacher

Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Albert Camus

Vorwort
Wer lebenslanges Lernen propagiert, für den sind dreißig Jahre nicht viel. Für den kommt auch nie der Punkt, an dem er sagen kann: jetzt haben wir‘ s erreicht. Also eine gesellschaftliche Aufgabe, die langen Atem erfordert. Wer die Weiterbildungslandschaft verfolgt, wird feststellen, dass nur wenige vergleichbare Neugründungen lange überlebt haben. Der Bildungsverein hat bewiesen, dass er über die notwendige Beharrlichkeit verfügt. Deshalb dürfen die dreißig Jahre mit Fug und Recht gefeiert werden. Wir tun dies mit einigen Vorträgen renommierter Referenten, die wesentliche Segmente unseres Bildungsprogramms thematisieren.

Wir laden Sie herzlich ein und wünschen anregende Diskussionen.

Bildungsverein – was ist das?
Der Bildungsverein Soziales Lernen und Kommunikation e.V. wurde 1981 gegründet. Er ist unabhängig und gemeinnützig. Seit 1985 ist er nach dem Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz als eigenständiger Träger anerkannt. Mit 1400 Veranstaltungen und über 60.000 Unterrichtsstunden pro Jahr ist der Bildungsverein eine der großen Volkshochschulen im Verband Niedersächsischer Volkshochschulen (LVHS). 33 .000 Unterrichtsstunden erfolgten im Bereich „gemeinwohlorientierter Bildung“, wozu als Beispiel die Integrationskurse Deutsch als Fremdsprache, Werte und Normen und politische Bildung zählen.
Die Angebote des Bildungsvereins stehen programmatisch unter dem Motto „Soziales Lernen und Kommunikation“, weil neben den Inhalten die sozialen und kommunikativen Aspekte des Lernens als besonders wichtig betrachtet werden. Erwachsenenbildung hat für die demokratische Kultur, die der Bildungsverein zu fördern bestrebt ist, eine immer größer werdende Bedeutung, weil sie Orte und Anlässe schafft, an/zu denen Menschen verschiedener Herkunft in einen persönlichen Kontakt treten.
Die integrativ angelegte Arbeit des Bildungsvereins umfasst die Bereiche der allgemeinen, beruflichen, kulturellen und politischen Bildung. Es gehört zur Konzeption des Vereins, die Angebote in einer Umgebung durchzuführen, die nicht an den Schulalltag der Kindheit erinnert. Die Räume bieten den Teilnehmern eine entsprechend angenehme Atmosphäre.

Das Team des Bildungsvereins (Foto: Jens C. Schulze)

Das Team des Bildungsvereins

Wir, das sind über 300 Dozent/innen und Dozenten aus 15 Ländern, das hauptamtliche pädagogische Team und das Verwaltungsteam, das die Organisation sicherstellt, sowie unsere Aushilfskräfte in der Cafeteria, die die Teilnehmenden in den Pausen mit Snacks und Getränken versorgen.

Di, 15.03.2011, 20.00 Uhr
Robert Menasse (Autor, Wien)
Die permanente Revolution der Begriffe

Wie kann man die Realität begreifen, wenn schon ihre Begriffe nicht mehr begriffen werden? Das Eigentümliche an den großen Begriffen wie „Demokratie“, “Europa“, „Arbeit“ oder „Kultur“ ist, dass sie einer permanenten Banalisierung unterworfen sind. Dagegen steht das Konzept der permanenten Revolution der Begriffe – und dabei wird deutlich: Die Welt steht auf dem Kopf, wenn wir die Begriffe wieder auf die Füße stellen. „Er ist nicht zimperlich, wenn er den Lesern heftige polemische Denkanstöße versetzt…“ (Karl-Ludwig Baader, HAZ)

Die anschließende Diskussion moderiert Karl-Ludwig Baader (HAZ).

Robert Menasse ist der derzeit streitbarste österreichische Schriftsteller und Essayist. Romane wie „Selige Zeiten, brüchige Welt“ oder „Die Vertreibung aus der Hölle“ verbinden in seltener Virtuosität Aufklärung mit Lesevergnügen, seine Vorträge über „Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung“ oder die „Permanente Revolution der Begriffe“ haben in den deutschen Feuilletons für kontroverse Debatten gesorgt.

Do, 17.03.2011, 19.00 Uhr
Mark Terkessidis (Publizist, Berlin)
Interkultur statt Multikultur?

Nach der Multikultur, der Leitkultur und der Angst, dass sich Deutschland gleich komplett abschafft, könnte man die Frage stellen: was ist eigentlich deutsch? Interessanterweise sehen sich einer Studie zufolge die wenigsten Deutschen als typische Deutsche, nämlich pünktlich, zuverlässig, nachdenklich etc. Dieses tradierte Verständnis des „Deutschseins“ bildet aber eine immense Blockade für die Entwicklung der Bundesrepublik. Die Potentiale der real vielfältigen Gesellschaft können erst durch eine radikale interkulturelle Öffnung der Institutionen – der Kliniken, der Schulen, der Polizei, der Betriebe etc. etc. - entwickelt werden. „Wichtig ist nicht, warum die Menschen hier sind, sondern dass sie es sind und zur gemeinsamen Zukunft beitragen.“ (Mark Terkessidis)

Mark Terkessidis arbeitet als Autor, Journalist und Migrationsforscher zu Fragen der Jugend- und Popkultur, der Migration und des Rassismus. Bekannt wurde er durch den gemeinsam mit Yasemin Karakasoglu verfassten Offenen Brief gegen die These Necla Keleks vom Scheitern der Integration (2006) und das Buch „Interkultur“ (2010)

Di, 22.03.2011, 19.00 Uhr
Ulrich Greiner (Die Zeit, Hamburg)
Ist Deutsch noch zu retten?

Der Niedergang der deutschen Sprache gehört zu den kulturpessimistischen Standarttopoi: die Eliten sprechen Englisch, die Mittelschicht kann den Nebensatz dritten Grades nicht mehr korrekt bilden und bei den unteren Schichten verkümmert die Sprachfähigkeit, und zwar keineswegs nur bei den Migranten. Das ist mehr als nur das Problem des Genetivs, dem der Dativ sein Tod ist. Die Dominanz des Englischen mag zwar im ökonomischen Bereich ein Gewinn sein, im kulturellen ist das nicht der Fall. Warum? Weil einem reduzierten sprachlichen Ausdrucksvermögen ein reduziertes Denkvermögen korrespondiert, und das bleibt nicht ohne Folgen. Erleben wir also das Ende der deutschen Sprachgemeinschaft?

Ulrich Greiner war bis 2009 verantwortlicher Redakteur des Ressorts Literatur in der ZEIT; seitdem ist er als Kulturreporter und Herausgeber des Magazins ZEITLiteratur tätig. Er lehrte als Gastprofessor an verschiedenen Universitäten und ist Autor zweier überaus empfehlenswerter Gebrauchsanweisungen zum Lesen von Gedichten und von schöner Literatur.

Mo, 28.03.2011, 19.00 Uhr
Hilarion G. Petzold (Fritz-Perls-Institut, Düsseldorf)
Ganzheitlicher Gesundheitsbildung

Gesundheit ist nicht nur Abwesenheit von Krankheit oder nur ein optimales Funktionieren des Körpers in einem medizinischen Sinne - so wichtig diese Dimension auch ist. In einem erweiterten, "ganzheitlichen" Verständnis umfasst Gesundheit aber mehr, nämlich den geistigen, seelischen und sozialen Bereich. Sie ist eine Lebensqualität, die mit einem persönlichen Gesundheitserleben (health), Wohlbefinden (wellness) und Leistungsfähigkeit (fitness) verbunden ist, mit einem Erleben von "Lebensfreude" und "Frische". Viele Menschen haben diese "Lebensqualitäten" verloren. Es gilt Wege zu finden, sich die "Fülle Gesundheit" wieder oder in neuer Weise zu erschließen. Das ist eine Aufgabe von Selbstentwicklung im Erwachsenenleben.

Hilarion G. Petzold ist Gründer des „Fritz Perls Instituts für Integrative Therapie, Gestalttherapie und Kreativitätsförderung“ und der „Europäischen Akademie für psychosoziale Gesundheit“. Er war von 1979 bis 2004 Professor für Psychologie, klinische Bewegungstherapie und Psychomotorik an der Freien Universität Amsterdam.

(abgesetzt von den Vorträgen)
25.03.2011,18.00 Uhr, Am Listholze 31
Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung
Raimond Reiter
Morden im Norden
Kriminalfälle aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Mord- und Totschlag beschäftigen seit jeher die Gemüter der Menschen, verbreiten Angst und Schrecken, zugleich auch Neugier bis hin zur Faszination. Die schwarzen Seelen der Täter zu erkunden war und ist nicht nur Aufgabe der Kriminalisten und Richtern sondern fordert auch die Moral und Religion heraus. Wie viel menschlich Fremdes und Abartiges offenbaren die Taten, und wie viel davon steckt womöglich auch in uns?

Die dargestellten Fälle spielen überwiegend in der Provinz Hannover und zeigen das Spektrum von triebhaften Serienmördern, Totschlag aus sozialer Not oder Mord aus Verzweiflung bis hin zu kaltblütig betriebenem Massenmord durch die Nationalsozialisten. Die Grundlage des im April erscheinenden Buches bilden Gerichtsakten und Gerichtsurteile. Dadurch ist es möglich, auch die Opfer erkennbar zu machen, die oft in der Berichterstattung zu kurz kommen.

[PM Bildungsverein - Soziales Lernen und Kommunikation e.V., 02.03.2011]

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