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Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Dienstag, 18. Dezember 2018

Bücher und mehr: Stadtbibliothek Hannover zieht positive Bilanz für 2011

Bücher und mehr: Stadtbibliothek Hannover zieht positive Bilanz für 2011

Die Stadtbibliothek Hannover war auch 2011 ein Besuchermagnet: Die Zahl der Besuche lag mit 1,51 Millionen auf konstant hohem Niveau (2010: 1,53 Mio.). Bei den Entleihungen konnte das Ergebnis mit 4.1 Millionen um 10.000 leicht gesteigert werden (2010: 4,09 Mio.). Damit hat statistisch jede/r HannoveranerIn drei Mal eine Einrichtung der Stadtbibliothek Hannover besucht und acht Medien entliehen.

58.662 Personen haben ihre Bibliothekskarte aktiv genutzt, um ein Medium auszuleihen (2010: 59.824). Darunter mehr als 25.000 Kinder und Jugendliche und davon allein 406 Unter-Dreijährige. In der Altersgruppe der VielleserInnen (sieben bis zwölf Jahre) nutzen 50 Prozent aller hannoverschen Kinder ihren Leseausweis. Bei den 18-Jährigen sind es rund 35 Prozent.

"Diese hervorragenden Zahlen zeigen, dass sich die Stadtbibliothek Hannover mit ihren Angeboten erfolgreich auf die Bildungs- und Freizeitinteressen der Kinder und Jugendlichen einstellt. In Hannover steht Lesen auf der Tagesordnung", so Kultur- und Schuldezernentin Marlis Drevermann.

Medienangebot und Nutzung

Der Medienbestand ist aktuell und wird immer vielfältiger. 2011 konnten knapp 79.000 neue Medien erworben werden, 110.000 wurden wegen Veralterung oder Verschleiß ausgesondert.

Die Stadtbibliothek Hannover bietet in ihren 18 Einrichtungen Zugang zu den realen Medien, wie Büchern, Zeitungen, Zeitschriften, CDs oder DVDs, und darüber hinaus Zugänge in die virtuelle Informationswelt. In jeder Einrichtung stehen PCs mit Internetzugang bereit; drei Bibliotheken (Zentrale, Südstadt, Kronsberg) ermöglichen Internetzugänge über ein W-LAN.

Der elektronische Bibliothekskatalog verzeichnet neben 1,1 Millionen Büchern und anderen Medien auch rund 9.000 E-Books (digitale Ausgaben von Zeitungen, Zeitschriften, Büchern, Hörbüchern oder Musikalben), ein zunehmend nachgefragtes Angebot. Eingebunden in den Katalog sind außerdem auch Dokumente des Munzinger Archivs zu Personen der Zeitgeschichte und Länderinformationen.

Stark genutzt wird das umfangreiche Angebot an Tageszeitungen in der Zentrale. 35 in- und ausländische Zeitungen liegen hier täglich aus. Darüber hinaus können vor Ort noch 1.700 tagesaktuelle Zeitungen aus Deutschland, Europa und dem Rest der Welt an zwei PCs gelesen werden. Damit wurde das Print-Angebot deutlich erweitert.

"Die Besuchs- und die Ausleihzahlen zeigen, dass die Stadtbibliothek Hannover eine at-traktive Bildungs- und Kultureinrichtung ist. Sie ist heute mehr als ein Ort zum Ausleihen von Büchern. Die Stadtbibliotheken bieten Zugang zu Informationen aller Art und sie sind inspirierende Orte zum Arbeiten, Lesen und Lernen", betont Bibliotheksdirektorin Dr. Carola Schelle-Wolff.

Seit August 2011 können die BesucherInnen der zentralen Stadtbibliothek in der Hildesheimer Straße ihre Medien in Selbstbedienung ausleihen und zurückgeben. Seit Dezember 2011 gibt es dort zudem die Möglichkeit, über eine Außenrückgabe Medien auch vor und nach den Öffnungszeiten abzugeben. Seit Ende Oktober wurden die Schul- und Stadtbibliothek Bothfeld sowie vor Weihnachten die Nordstadtbibliothek und die Kinder- und Jugendbibliothek Südstadt auf Selbstverbuchung umgestellt.

Kulturelle Bildung

Im Rahmen von mehr als 3.000 Bibliotheksführungen wurde Lesefreude geweckt, Lese- und Medienkompetenz gefördert. 1.028 Gruppen aus Kindertagesstätten lernten vor Ort die Welt der Bücher kennen. Alle ersten Klassen (4.279 ErstklässlerInnen) wurden in den Schulen von MitarbeiterInnen der Stadtbibliothek besucht, die Eltern der SchülerInnen erhielten Informationen zur Stadtbibliothek. 725 Grundschulklassen konnten außerhalb der Schule auf Entdeckungsreise in die Medienwelt gehen, 1.076 Klassen weiterführender Schulen lernten Recherchieren und das Bewerten von Informationen. Auch 207 Erwachsenengruppen, darunter 65 mit Schwerpunkt Internet, vertieften ihre Kenntnisse im Bereich Mediennutzung.

Am Pfingstsonnabend 2011 hieß es am Tag der offenen Tür im Rathaus unter großer Beteiligung der Stadtbibliothek "Das Rathaus liest". Neben der Jugendbuchausstellung, die jährlich Anfang November stattfindet und danach in verschiedenen Schulen - betreut durch eine Stadtteilbibliothek - gezeigt wird, dem Sommerleseclub und der Beteiligung am bundesweiten Vorlesetag, wird seit vier Jahren Ende Januar/Anfang Februar mit verschiedenen Kooperationspartnern und großer Resonanz ein Bilderbuch-Sonntag veranstaltet.

In acht Stadtteilbibliotheken gibt es unter dem Motto "Babys in die Bibliothek" ein Leseförderungsprogramm für die Kleinsten und ihre Eltern. 800 Kinder und 700 Eltern konnten mit dem Programm zur "Leseförderung von Anfang an" 2011 erreicht werden.

Im Projekt Lesementoring unterstützen Jugendliche als LesementorInnen Grundschü-lerInnen bei der Verbesserung ihrer Lesekompetenz: 2011 wurden 180 Jugendliche zu Mentoren ausgebildet, die mit 525 Grundschü-lerInnen gearbeitet haben. Dieses Angebot erfolgt inzwischen auch im Rahmen der Nachmittagsangebote der offenen Ganztagsgrundschule. Neu entwickelt wurde ein Book-Slam, mit dem vor allem SchülerInnen der weiterführenden Schulen angesprochen werden und der auf der demnächst in Hannover stattfindenden Bildungsmedienmesse Didacta auch Interessierten von außerhalb präsentiert wird.

Bibliothek und Schule arbeiten eng zusammen. Neben Veranstaltungsangeboten im Rahmen des Kinder-Kultur-Abos, Vorlesestunden, Bilderbuchkinos oder Lernangeboten für OberschülerInnen versorgt die Stadtbibliothek Hannover LehrerInnen mit vielfältigem Unterrichtsmaterial.

Für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Grundschule Lüneburger Damm und der Stadtteilbibliothek Roderbruch erhielt die Grundschule 2011 das "Hannoversche Lesezeichen", den Preis der "Freunde der Stadtbibliothek Hannover" für besonders engagierte schulische Leseförderung.

Im März 2011 vertraten Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek die Stadt Hannover auf der Internationalen Kinderbuchmesse in Hannovers Partnerstadt Poznan.

Für Erwachsene wurden in den Stadtteilen und in der Zentrale 65 Autorenlesungen oder Vortragsveranstaltungen angeboten, meist zusammen mit langjährigen Partnern. Besonders erfolgreich waren erneut die Herbstlesungen in Kleefeld sowie die neuen Kooperationsreihen "Musik im Wort" (gemeinsam mit den Freunden der Stadtbibliothek e. V.) und "Erfahren, woher wir kommen" zu den Grundschriften der europäischen Literatur mit Hanjo Kesting (gemeinsam mit der Goethe-Gesellschaft Hannover).

Bereits im ersten Jahr ihres Bestehens erfreut sich die am 24. Januar 2011 eröffnete Kinder- und Jugendbibliothek Südstadt einer großen Beliebtheit und intensiven Nutzung. 2011 wurden mehr als 132.000 Entleihungen gezählt. Die modern eingerichteten Räume ziehen viele neue junge LeserInnen an.

Ausblick

Die Fortführung des Projekts Modernisierung der Stadtbibliothek Hannover steht 2012 im Vordergrund. In weiteren Stadtteilbibliotheken wird die Medienausleihe und -rückgabe auf Selbstverbuchung umgestellt.

In Vorbereitung auf das 575-jährige Jubiläum der Stadtbibliothek Hannover im Jahr 2015 beginnt 2012 in Kooperation mit dem Verein der Freunde der Stadtbibliothek die Veranstaltungsreihe "Stadtbibliothek aufgeblättert", in der regelmäßig an jedem ersten Montag im Monat ein Werk aus dem historischen Bibliotheksbestand und damit auch ein Stück Bibliotheksgeschichte vorgestellt wird.

Zu bedeutenden kulturellen Terminen der Stadt, wie zum Beispiel dem Festival der Philosophie oder der Verleihung des Hölty-Preises, wird die Stadtbibliothek Ausstellungen aus der eigenen Sammlung oder mit Kooperationspartnern zeigen.

Die Kundenbindung und -gewinnung von Jugendlichen soll 2012 intensiviert werden, indem neue Veranstaltungsformate für diese Zielgruppe entwickelt werden. Durch Aktivitäten wie den Book-Slam oder Manga-Workshops entdecken Jugendliche, dass die Bibliothek nicht nur als Lernort, sondern auch als Aufenthaltsort für ihre Freizeit attraktiv ist.

Der Ausbau von Ganztagsgrundschulen hat weiterhin einen hohen Stellenwert in Hannover. Die Stadtbibliothek unterstützt diese Entwicklung 2012 durch weitere Nachmittagsangebote im Handlungsfeld "Literatur und Sprache". Dabei soll das Erfolgsmodell Lesementoring schrittweise in das Ganztagsprogramm von Bibliothek und Stadtteilkultur überführt werden.

[Pressemitteilung LH Hannover, 07.02.2012]

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