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Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Mittwoch, 08. Dezember 2021

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Rut-Bahlsen-Zentrum: Modell-Einrichtung zur integrativen Kinderbetreuung eröffnet

Im Heideviertel wurde heute (15. Juni 2012) offiziell das "Rut-Bahlsen-Zentrum" eröffnet - eine bundesweit einmalige Kindertagesstätte mit Beratungsstelle, in der Kinder von der Krippe bis zum Hort durchgängig integrativ betreut werden und Eltern und Fachkräfte ergänzende Unterstützung und Informationen bekommen können.

Die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung und die Landeshauptstadt Hannover haben das im Mai 2012 fertiggestellte Rut-Bahlsen-Zentrum gemeinsam auf einem 2.900 Quadratmeter großen städtischen Grundstück mit guter Verkehrsanbindung am Heidering / Ecke Misburger Straße errichtet. Die Stiftung hat den Bau zu 80 Prozent finanziert; dafür stellte sie drei Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus beteiligt sie sich fünf Jahre lang mit je 100.000 Euro an den integrationsbedingten Folgekosten für Beratung und Betreuung.

Oberbürgermeister Stephan Weil dankt der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung für ihr besonders großzügiges Engagement: "Wir freuen uns sehr, dass die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung im 40. Jahr ihres Bestehens einmal mehr mit einem ganz wesentlichen Beitrag die Realisierung eines richtungweisenden Vorhabens in Hannover möglich macht - wenige Jahre, nachdem sie mit der Förderung für das Altenpflegeheim Klaus-Bahlsen-Haus ebenfalls großen Einsatz gezeigt hat."

"Zuwendungen von mehr als 15 Millionen Euro in den vergangenen 15 Jahren in Hannover, die vor allem der Jugend- und Altenarbeit zugute gekommen sind, sind nicht nur eine beeindruckende Summe, sondern auch Zeichen des hoch motivierten Einsatzes der Stiftungsvertreter um Professor Dr. Huch - und ein Musterbeispiel für privates Wirken auf der Grundlage einer Haltung, die unternehmerischen Erfolg zum Wohl der Gemeinschaft einsetzt", unterstreicht Weil.

"Gesellschaftliches Engagement mit einem ganzheitlichen Blick auf ihre Mitmenschen - das haben Rut und Klaus Bahlsen gelebt und ihrer Stiftung mit auf den Weg gegeben", erinnert Professor Dr. Burkhard Huch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, an Namensgeber und Gründer.

Die Stiftung ist sich sicher, dass die Entscheidung für das Kita-Projekt voll und ganz der Intention insbesondere Rut Bahlsens entsprochen hätte, die sich zeitlebens für soziale Vorhaben engagiert und - selbst kinderlos - schon früh Kinderbetreuungseinrichtungen unterstützt hat.

"Unsere guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Stadt wie zuletzt beim Altenpflegeheim Klaus-Bahlsen-Haus in Bothfeld veranlassen uns immer wieder zu neuen und inhaltlich innovativen Projekten", betont Huch und erläutert: "So auch jetzt, wenn es um die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung geht. Hier können Kinder Andersartigkeit nicht als Problem sondern als Bereicherung wahrnehmen und in Toleranz und Offenheit gegenüber Mitmenschen aufwachsen. Gleichzeitig sollen sich Eltern über alle Fragen zur integrativen Betreuung vor Ort informieren können."

"Es ehrt uns sehr, dass Hannover erneut von dem innovativen Schwung der Stiftung profitieren darf", hebt Jugend- und Sozialdezernent Thomas Walter hervor und umschreibt die besondere Bedeutung des Rut-Bahlsen-Zentrums: "Das Konzept ist bundesweit hervorragend, weil integrative Betreuung hier altersdurchgängig von der Krippe bis zum Hort möglich ist. Die Kinder müssen also nicht wechseln und profitieren außerdem vom Miteinander unterschiedlicher Altersgruppen. Und die Anlauf- und Beratungsstelle schließt eine Lücke für Eltern und Fachleute im Informationssystem über die komplexen Fach- und Sachfragen integrativer Betreuung."

In der neuen Einrichtung können innerhalb eines Rahmens von fünf Gruppen (zwei Krippen-, zwei Kindergarten-, eine Hortgruppe) 78 Kinder (24 Krippe, 36 Kindergarten, 18 Hort), darunter 16 Kinder mit Behinderung (vier Krippe, acht Kindergarten, vier Hort) altersübergreifend und integrativ betreut werden.

Mit der Einrichtung wird dem stadtweiten Bedarf an integrativen Betreuungsplätzen begegnet. Zurzeit gibt es neun Plätze für unter Dreijährige, fünf Plätze für Schulkinder (Hort) und 122 Plätze für Kindergartenkinder.

Der Bedeutung des Rut-Bahlsen-Zentrums entsprechend haben Stadt und Stiftung 2009 gemeinsam einen Architektenwettbewerb durchgeführt, in dem acht Büros aufgefordert waren, ihre Vorstellungen für ein den hohen Ansprüchen der Nutzung entsprechendes Kitagebäude vorzustellen.

Verwirklicht wurde der Entwurf des ersten Preisträgers, des Architekturbüros Venneberg & Zech, Hannover.

Der rund 1.200 Quadratmeter große, eingeschossige Neubau wurde in Massivbauweise errichtet. Er besteht aus einem Hauptriegel mit drei "Fingern", die nach Altersgruppen belegt sind: zwei Krippengruppen, zwei Kindergartengruppen sowie eine Hortgruppe haben je einen eigenen Trakt mit Gruppenräumen, behindertengerechtem WC und barrierefreiem Zugang zu "ihrem" Gartenhof und zum gemeinsamen weitläufigen Außengelände mit altem Baumbestand. Im Haupttrakt befinden sich der gemeinsame Essbereich, die Verwaltung und die Räume der Beratungs- und Kontaktstelle.

Die kammartige Baustruktur ermöglicht die einem so großen Haus notwendige Bildung von Bereichen, erleichtert die altersgerechte Orientierung und macht es durch große Transparenz zu den Innenhöfen möglich, sich gegenseitig wahrzunehmen. Warme und natürliche Materialien sollen einen Einklang zu Natur und Garten herstellen und für gute Raumakustik sorgen; Rot, Orange und Gelb unterstützen die Orientierung und stehen für Sonnigkeit und Frische.

[Pressemitteilung LH Hannover, 15.06.2012]

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