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Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Montag, 23. Oktober 2017

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Kerstin Tack und die SPD-Bundestagsfraktion diskutieren mit Betriebs- und Personalräten

Kerstin Tack und die SPD-Bundestagsfraktion diskutieren mit Betriebs- und Personalräten

Konferenz „Humaner Arbeitsplatz – Humane Arbeitswelt“
Zum zweiten Mal in diesem Jahr lud die SPD-Bundestagsfraktion zur Betriebs- und Personalrätekonferenz nach Berlin. Die Resonanz war wie üblich groß. Mehr als 300 Betriebsräte aus der ganzen Bundesrepublik diskutierten und informierten über das hochaktuelle Thema „Humaner Arbeitsplatz – Humane Arbeitswelt“.

Mit dabei waren auch fünf Vertreter aus Hannover, die die Möglichkeit zur Information, Diskussion und Vernetzung nutzen wollten. Gemeinsam erlebten Elke Meyer (WABCO), Hans-Jürgen Jeroschewski (Stadt Hannover), Christa Greve (Stadt Hannover), Dimi Voliotis und Alaattin Sagir (beide VW) einen spannenden Tag mit hochrangigen Vertretern der SPD und mehrerer Verbände. Nach der Einführung durch den SPD-Fraktionsvorsitzenden Steinmeier erklärte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, wie aus Sicht der Gewerkschaft Arbeitnehmer trotz Leistungsdruck und Arbeitsverdichtung länger fit bleiben können. Deutschland brauche endlich eine Anti-Stress-Verordnung, betonte Wetzel. Ähnlich wie bei Vorschriften zum Lärmschutz müssten von Arbeitgebern und Politik belastbare Vorgaben ausgearbeitet werden, um Angestellte besser vor Stress zu schützen.

Alaattin Sagir, Christa Greve, Kerstin Tack, Elke Meyer, Dimi Voliotis und Hans-Jürgen Jeroschewski

Alaattin Sagir (VW), Christa Greve (Stadt Hannover), MdB Kerstin Tack, Elke Meyer (WABCO), Dimi Voliotis (VW) und Hans-Jürgen Jeroschewski (Stadt Hannover - v.l.)

Eine eindrückliche Illustration lieferte der Geschäftsführer der BKK, Heinz Kaltenbach. Die Krankenkassen merken zuerst, wie sehr sich die Krankheitsbilder in den letzten Jahren verschoben haben. Fehltage wegen psychischer Erkrankungen nehmen ständig zu. Im Jahr 2011 lagen psychische Erkrankungen erstmals an dritter Stelle hinter Rückenleiden und Atemwegserkrankungen. Allein auf die Diagnose „Burnout“ gingen 2,7 Millionen Fehltage zurück.

Wie konkrete Anti-Stress-Politik direkt im Betrieb aussehen kann, stellte Josef Bednarski, der Betriebsratsvorsitzende der Deutschen Telekom, vor. So steht z.B. in einer Richtlinie der Telekom, dass niemand, der außerhalb der Dienstzeit E-Mails versendet, eine Antwort außerhalb der Dienstzeit erwarten darf.

Diverse andere Ideen zur Anti-Stress-Politik im Betrieb schwirrten durch die Luft. Es gab in der Debatte großes Lob für Volkswagen. Dort haben im vergangenen Jahr Betriebsrat und Unternehmen zum Schutz der Tarifmitarbeiter eine Vereinbarung abgeschlossen, nach der für dienstliche Blackberry-Handys am Feierabend automatisch der E-Mail-Eingang abgeschaltet wird.

Noch eine Spur lebhafter wurde die Diskussion nach dem Vortrag des Präsidenten der Deutschen Rentenversicherung Dr. Rische über Flexible Übergänge in die Rente. Schließlich geht es hier um ein Kernanliegen der Gewerkschaften, und viele Betriebsräte konnten Beispiele nennen, wo es an altersgerechten Arbeitsplätzen hapert.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass hier gesetzliche und tarifliche Bausteine kombiniert werden müssen. Auch die Abgeordnete Kerstin Tack erklärte:

„Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, hier Lösungen zu finden. Wir sind der festen Überzeugung, dass Stress, Burn-Out und Erwerbsunfähigkeit oftmals vermieden werden können. Flexible Übergänge in die Rente sind dabei genauso notwendig wie gesunde Arbeitsplätze. Für die SPD steht außer Frage: Die Arbeitswelt muss wieder menschlicher werden. Arbeitskraft ist nicht nur ein Produktionsfaktor. Es geht um Menschen mit ihren jeweiligen Bedürfnissen. Wir kämpfen dafür, dass diese wieder stärker Berücksichtigung finden.

Die Politik ist gefordert, den gesetzlichen Rahmen zu schaffen. Gewerkschaften und Betriebsräte sind gefragt, wenn es darum geht, durch Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen für humane Arbeitsplätze zu sorgen. Hierfür gilt es, gemeinsam zu streiten.“

[PM Kerstin Tack (MdB, SPD), 28.11.2012]

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